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Eine Zeitreise
Aktualisiert (Dienstag, den 10. Juli 2012 um 08:38 Uhr) Geschrieben von: Thomas Harms (aus Festschrift 2011) Sonntag, den 13. November 2011 um 23:06 Uhr
Leider sind viele Aufzeichnungen über unseren Verein in den Kriegswirren von 1945 verloren gegangen. Dies soll ein Entwurf sein, der durch die Mitarbeit aller Vereinsmitglieder zu einer echten Chronik ausgebaut werden soll.
Wenn der Bericht über die Gründung des TuS Helpup manche Lücken enthält, so liegt das nicht am Willen des Verfassers, sondern an den fehlenden Unterlagen. Zum Beispiel waren Protokolle aus der Zeit von 1911 bis 1926 und von 1933 bis 1945 bisher nicht aufzufinden. Die Vereinsfahne wurde 1913 geweiht und sie existiert noch.
Turnen
Die Turner waren es, die in Helpup für sportliches Vereinsleben sorgten. Es war am 12. Februar 1911, als sich ca. 30 turnbegeisterte Menschen im Alten Krug in Helpup trafen und den „Turnverein Helpup“ gründeten. Zu den ersten Aktiven gehörten: AugustMischer, Friedrich Linneweber, Fritz Holtmann, HeinrichMeerkötter, Gustav Meerkötter, Albrecht Becker, Gustav Becker und Karl Högermann. Auf dieser Versammlung wurde der Landwirt August Kopp aus dem Mackenbruch zum ersten Vorsitzenden gewählt. Übungsstätte war der Saal des Alten Krugs. 1912 wurde der „Turnverein Eichenkranz Helpup“ in Wellmanns „Wurstekrug“ gegründet. Beide Vereine entwickelten lebhafte Aktivitäten und hatten bald leistungsstarke, Turnriegen. Im ersten Weltkrieg ruhte der Turnbetrieb, wurde jedoch sofort 1919 wieder aufgenommen. Im gleichen Jahr vereinigten sich der Verein Eichenkranz Helpup und der Turnverein Kachtenhausen zur „Freien Turnerschaft Kachtenhausen-Helpup“. Es wurde mit dem Kinder-, Knaben-, und Mädchenturnen begonnen.
1923 trennten sich die Vereine. Der Restverein wurde in „Freie Turnerschaft Helpup“ umbenannt. Diese Trennung wirkte sich für die Helpuper günstig aus. Sie hatten bald auch eine Theaterabteilung und einen Spielmannszug. Auf sämtlichen Sportfesten, wie der Arbeiter-Olympiade 1925 in Frankfurt, dem Bundesfest 1929 in Nürnberg und dem Bundesfest 1930 in Wien waren Mitglieder aus Helpup vertreten.
1933 erfolgte die Auflösung der freien Turnerschaft Helpup und gleichzeitig Gründung des TV Helpup. Im Jahre 1937 erfolgte dann der Zusammenschluss des „TV Helpup“ und der Fußballer des „Sportlust Helpup“ zum Sportverein „Turn- und Sportlust (TuS) Helpup von 1911 e.V.“.
Nach dem Zusammenbruch 1945 fand bereits im Oktober 1945 die erste Versammlung statt und neues sportliches Leben pulsierte imVerein. Bereits Ostern 1946 fand vor begeisterten Zuschauern das erste Schauturnen im Saal des Alten Kruges statt, eineWerbeveranstaltung die positiveWirkung für die Zukunft zeigte. Der Leistungspegel stieg von Jahr zu Jahr und aus Bezirks- und Gauwettkämpfen brachten Turner und Turnerinnen zahlreiche Siege mit nach Hause. Nach der Kündigung des Saales im Alten Krug wurde unter persönlichem Einsatz aller Sportler mit dem Bau einer Turnhalle begonnen, die im Herbst 1956 eingeweiht wurde.
Fußball
1920 wurde ein Fußballverein unter dem Namen Teutonia Helpup gegründet. Die Spieler im grünweißen Dress mussten ihre Tore selbst zum Iberg schleppen und nach Spielschluss wieder abbauen. 1922 vereinigten sich Teutonia Helpup und der Kachtenhauser Verein „Spiel und Sport“ zu einem neuen Verein mit dem Namen „Sportlust Kachtenhausen – Helpup“. Nach der Fusion machte man sich in freiwilligem Arbeitseinsatz daran, am Bahnhof Helpup einen richtigen Sportplatz anzulegen. Im selben Jahr holte die Schülermannschaft des „Sportlust Kachtenhausen-Helpup“ den ersten lippischen Meistertitel an den Haferbach und verteidigte ihn 1923 mit Erfolg.
In der damaligen Monatsversammlung am 1. Februar 1930 wurde mit elf gegen eine Stimme die neue Bezeichnung „Sportlust Helpup“ beschlossen. Von der nationalsozialistischenMachtübernahme imJahre 1933 blieben die Fußballer in Helpup nicht verschont. Im Jahre 1938 vereinigten sich die bis dahin selbständigen Vereine „Sportlust“ und „Turnverein Helpup“ zu einem neuen großen Verein unter dem Namen „Turn- und Sportlust Helpup von 1911“. Ein Jahr später brach der zweite Weltkrieg aus.
Nach dem totalen Zusammenbruch im Jahre 1945 dauerte es nur wenigeMonate, bis ein neuer Anfang gemacht wurde. Es waren vor allemdie Älteren, die sich um eineWiedergründung des TuS Helpup bemühten. Am 25. Oktober 1945 eröffnete Fritz Tölke im Alten Krug die erste Versammlung nach dem Krieg. Einstimmig wurde Heinrich Erfkamp zum 1. Vorsitzenden, Fritz Tölke zum2. Vorsitzenden, Adolf Heißenberg zum1. Schriftführer und Kassierer gewählt, und Heinrich Voß mit der Leitung der Fußballabteilung, sowie Adolf Grabe und HeinrichMeerköttermit der Leitung der Turnabteilung betraut. Der Sportplatz am Wäldchen war während des Krieges in Ackerland umgepflügt worden. 1946 wurde der Platz in Eigenarbeit wiederhergestellt.
Faustball
Als Parallele zum Turnen begann der TuS Helpup 1949 das Turnspiel Faustball ins Leben zu rufen. Auf Initiative des immer aktiven Sportlehrers Heiner Huneke begann eine kleine Gruppe der Turner, sich als Faustballmannschaft im lippischen Turngau stark zu machen. Schon 1950 kam der erste unerwartete Erfolg: Die Ostwestfalenmeisterschaft.
Schwimmen
Am 5. August 1968 trafen sich nach einer vorangegangenen Vorstandssitzung des TuS Helpup, im Erfrischungsraum des Hallenbades, viele interessierte Bürger jeden Alters zur Gründungsversammlung einer Schwimmabteilung. Der damalige 2. Vorsitzende des TuS, Fritz Wind, übernahm die vorläufige Leitung der neuen Abteilung. Schwimmmeister Alois Fietz wurde Trainingsleiter, unterstützt von einer Vielzahl von Helfern. Bereits in dieser Gründungsversammlung wurden Montag und Donnerstag als Trainingsabende festgelegt. Als am 10. August 1968 im Rahmen des Dorffestes das eben fertig gestellte Hallenbad eingeweiht wurde, war im sportlichen Teil der Feierlichkeiten die Schwimmabteilung des TuS bereits aktiv dabei. Daher ist es nicht falsch zu sagen, dass die Einweihung der Schwimmhalle die Geburtsstunde der Schwimmabteilung war.
Korbball
Als erster Verein im westfälischen Turnerbund feierte der TuS Helpup im Jahr 1985 das 25-jährige Korbball-Jubiläum. Im Jahre 1960 spielten die Turnerinnen, unter der Leitung von Fritz Ellersiek, erstmals Korbball im Anschluss an ihre Turnstunden. Hieraus entwickelten sich schnell Spielmannschaften. Schon 1961 wurde der Korbballsport offiziell eingeführt. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Mannschaften dazu. Bald wurde um den westfälischen Korbball-Meister gespielt, der sich dann automatisch für die Deutsche Korbball-Meisterschaft qualifizierte. Der TuS Helpup nahmzumerstenMal 1968mit einer Jugendmannschaft unter der Leitung von HelgaWeigelt an den Deutschen Feldkorbballmeisterschaften in Ludwigshafen teil. Seit dieser Meisterschaft ist der TuS Helpup sozusagen Stammgast bei den deutschen Titelkämpfen.
Von 1970 bis 1985 lag die Betreuung und das Training der zahlreichen Helpuper Mannschaften in den Händen von Wolfgang Hille. Er war maßgeblich an der Entwicklung des Korbballsportes imlippischen Turngau und im Verein beteiligt. Im Jubiläumsjahr 2011 ist die Korbballriege des TuS Helpup Ausrichter der Deutschen Korballmeisterschaft.
Tischtennis
Angefangen hat alles im Hof der Gärtnerei Pehle (1950). Hier trafen sich die Spieler: Paul Becker, Robert Stückemann, GünterWaschnk,Willi Pehle, Günter Hunke,WinfriedMellies, Helmut Brockmann und Kalla Bergmann. Sie gründeten 1951 die Tischtennisabteilung und nahmen dann am Spielbetrieb des WTTV teil. Zuerst wurde im Saal der Gaststätte Rudi Waldhecker gespielt. In den nächsten Jahren wurde mit wechselndem Erfolg in der 1. Kreisklasse gespielt. Im Jahr 1957 wurde, zur Pflege von sportlichen und menschlichen Beziehungen, Verbindung mit dem Tischtennisverein Bad Dürrenberg (DDR) aufgenommen, dem auch in dem selben Jahr ein Besuch der Sportfreunde aus Bad Dürrenberg folgte. Das Rückspiel fand im Jahr 1959 statt.
Badminton
Badminton ist ein vielseitiger und abwechslungsreicher Breitensport für Jung und Alt. Seit 1992 existiert im TuS Helpup auch eine Badmintonabteilung. Im Jahr 1995 wurde dann die erste Mannschaft angemeldet. Im Laufe der Jahre konnte sie sich in der ostwestfälischen Region bis in die Bezirksklasse hochspielen und nahm in der Spitzenzeit mit zwei Seniorenmannschaften am Spielbetrieb teil. Im Jugendbereich wurde in den späteren Jahren der Zusammenschluss mit anderen Vereinen gesucht.
Thomas Harms (für die Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum 2011)
Walking
Im Jahr 1996 tritt Ulla Kratschke auf der Turnabteilungsversammlung an die damalige Turnwartin Helga Sander mit dem Wunsch heran, eine Walkinggruppe gründen zu dürfen. Um erstmal einen Einstieg zu finden, holte man sich Hilfe von außerhalb: Herr Hedwig (Diplomsportlehrer bei der AOK) gab im September 1996 eine Einführung. Danach wurde die TuS Helpup um die neue Sportart „Walking“ erweitert. Als Leiterin der Gruppe wurde Ulla Kratschke, als verantwortliche Übungsleiterin Ingrid Becker und als drittes Gründungsmitglied Ingrid Hoffmann ernannt.
Unter dieser damals noch jungen Sportart versteht man das schnelle Gehen mit betontem Fußabrollen und Armeinsatz. Sie ist eine schonende Form des Ausdauertrainings für alle Altersgruppen, Sporttreibende, Neueinsteiger und Übergewichtige. Die Walkinggruppe wird heute durch die LehrTrainerin im Laufen/Walken/Nordic-Walking Heike Zimmer weitergeführt.


